Balkonkraftwerk kaufen: Darauf musst du achten

Beachte beim Kauf von Modulen und Zubehör diese Kriterien, damit dein Balkonkraftwerk ertragreich und sicher Solarstrom für dich produziert!

Die steckerfertigen Balkon-Solaranlagen werden in der Regel als anschlussfertiges Set gekauft. Das besteht aus einem oder mehreren Photovoltaikmodulen und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom aus der Anlage zu Wechselstrom umwandelt. Ein Kabel gehört auch dazu, mit dem der Strom in die Steckdose kommt. Anschlüsse und Verbindungsleitungen sind meist vorkonfektioniert.

Die Komponenten werden auch einzeln verkauft. Kaufe sie aber am besten gleich mit den Modulen, so dass du auf alles keine Mehrwertsteuer bezahlst. Denn auf Balkonsolaranlagen entfällt seit 2023 die Mehrwertsteuer.

Auf Qualität und Siegel achten

Beim Kauf eines Balkonkraftwerks sollten ein paar Kriterien beachtet werden. Zum einen ist es wichtig, dass das Balkonkraftwerk zur Größe des Balkons oder der Terrasse passt und genügend Strom für den eigenen Bedarf liefert. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Balkonkraftwerk eine Zertifizierung hat und somit den Normen entspricht.

Ein sicheres Balkonkraftwerk erkennst du am CE-Zeichen und am Siegel der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Auch die Garantieleistung sollte berücksichtigt werden, 15-20 Jahre ist üblich.

Wechselrichter mit VDE-Norm kaufen

Kaufe einen Wechselrichter, der die Norm VDE-AR-N 4105 erfüllt. Nur dann ist er zugelassen und in Sachen Netz- und Anlagenschutz sicher. Solltest du das komplette Balkonkraftwerk als Set bestellen, achte darauf, dass ein entsprechender Wechselrichter mit Zertifikat dabei ist.

Stromeinspeisung über einen billigen, nicht normierten Wechselrichter kann langfristig zu Schäden an Geräten in deinem Haushalt führen. Gute Wechselrichter gibt es z.B. von Hoymiles und Deye.

💡 Tipps und Testsieger: Die besten Wechselrichter für Balkonkraftwerke

Die effizientesten Solarmodule

Solarmodule für Balkonkraftwerke werden mit verschiedenen Fachbegriffen beworben. Die wichtigsten solltest du kennen, um die effizientesten Modelle für deine Installation zu kaufen. Bifaziale Module zum Beispiel können Sonnenlicht mit der Vorder- und Rückseite aufnehmen. Glas-Glas-Module sind sehr robust, Halbzellenmodule bringen ebenso wie monokristalline Module etwas mehr Leistung bei begrenzter Fläche.

💡 Zu unserer Ratgeber-Übersicht: Balkonkraftwerk-Solarmodule: Das sind die effizientesten

Normaler Stecker reicht fürs Balkonkraftwerk

Du kannst dein Balkonkraftwerk mit einem normalen Stecker an das Stromnetz deines Haushalts anschließen. Sollte dir jemand erklären, dass du statt des normalen Schuko-Steckers einen so genannten Wieland-Stecker brauchst und somit zwingend einen Austausch deiner Außensteckdose, dann ist diese Person nicht auf dem neuesten Stand.

Der Wieland-Stecker, an dem die Kontakte nicht frei liegen, wird nicht im Gesetz gefordert, sondern „nur“ in den Normen des Elektrotechnik-Verbands VDE empfohlen. Doch selbst dieser rückt inzwischen davon ab. Der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützt den Vorstoß in einem Positionspapier. Wichtig ist laut Energiewirtschaftsgesetz generell die „technische Sicherheit“ der Energieanlage.

Es sei denn, deine Kommune oder dein Bundesland zahlt einen Zuschuss zu Balkonkraftwerken und schreibt in den Förderbedingungen einen Wieland-Stecker vor. Teilweise ist das so. Dann kannst du dir überlegen, ob du das angesichts des Geldes tun willst, das dir natürlich bei der Amortisation der Anlage hilft. Es gibt auch einzelne Stromnetzbetreiber, die für die Anmeldung der Balkon-Solaranlage einen Wieland-Stecker verlangen.

Video über Balkon-Solarmodule, ihre Leistung und den Anschluss

Passende Leistung wählen

Bis zu 600 Watt Leistung sind für Balkonkraftwerke zulässig. Bis zu dieser Grenze gelten die vereinfachten Bedingungen für Installation und Betrieb. Das heißt aber nicht, dass du diese Grenze ausschöpfen muss. Eventuell reicht dir auch ein Modul mit 300 Watt Leistung.

Forscher der Arbeitsgruppe PV-Systeme im Forschungszentrum Energie- und Gebäudetechnologie der Hochschule Rosenheim haben zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie eine Studie mit einer 250-Watt-Anlage durchgeführt. Selbst ein Vier-Personen-Haushalt verbrauchte in der Simulation zu allen Jahreszeiten nicht immer den kompletten, selbst produzierten Strom.

Die Eigenverbrauchsquote übers Jahr lag je nach Montagesituation und Ertrag der Anlage bei rund 88 bis 97 Prozent. Beim Ein-Personen-Haushalt lag sie bestenfalls bei 82 Prozent. Je mehr Grundlast bzw. Stromverbrauch tagsüber, umso mehr Leistung macht Sinn. Denn du musst den Solarstrom sofort verbrauchen. Den Rest verschenkst du.

Bald Balkonkraftwerke bis 800 Watt erlaubt?

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) schlägt vor, in Deutschland eine Bagatellgrenze von 800 Watt einzuführen. Auf europäischer Ebene gibt es sie schon, in der „Regulation for Generators (RFG)“. Sollte Deutschland sie übernehmen, könnte man Balkonkraftwerke mit bis zu 800 Watt Leistung betreiben, statt wie bisher mit 600 Watt. Sie würden sich dann eher rentieren.

Stärkere Module über 600 Watt kaufen

Wenn du darauf spekulierst, dass bald 800-Watt-Anlagen möglich werden, kaufe gleich Module dieser Größenordnung. Oder wenn du auch an trüben Tagen möglichst viel Ertrag vom Balkonkraftwerk haben willst. Stärkere Module bringen bei mäßigem Sonnenschein mehr Leistung. Knallt die Sonne dann mal wieder stark, lässt der Wechselrichter trotzdem nur 600 Watt ins Netz.

Aus diesem Grund kannst du auch bei stärkeren Modulen die Steckersolaranlage selber anmelden und selbst anschließen.

Upgradefähiger Wechselrichter

Kommt die höhere Bagatellgrenze, kannst du nur den Wechselrichter austauschen – oder du kaufst gleich einen upgradefähigen Wechselrichter. Ein solches Gerät kann man später über dessen WLAN-Verbindung updaten, so dass es gleich danach als 800-Watt-Wechselrichter fungiert.

Auf seriöse Online-Shops achten

Käufer greifen auch auf Angebote aus dem europäischen Ausland zurück. Und leider sind auch wieder unseriöse Online-Shops am Werk, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen und nicht liefern.

Welche Fragen vor dem Kauf geklärt werden sollten, um späteren Ärger zu vermeiden und wie du einen seriösen Onlineshop erkennst, erklärt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ), das aus EU-Mitteln finanziert wird:

  • Achte vor dem Kauf darauf, dass das Produkt für den deutschen Markt zugelassen ist und allen Vorgaben entspricht. Dies ist nicht immer der Fall, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland. Informationen über die in Deutschland geltenden Sicherheitsstandards liefert die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS).
  • Prüfe, ob die Adressdaten des Anbieters (also das Impressum), Informationen zum Widerruf oder Transportkosten leicht zu finden sind. Ist das nicht so, könnte es sich um einen unseriösen Online-Shop handeln.
  • Onlinehändler, die ihre Ware in der EU anbieten, müssen sich an gesetzliche Vorgaben halten. Dazu gehört das 14-tägige Widerrufsrecht. Die Frist für den Widerruf beginnt mit dem Erhalt der Ware. Einen Widerruf solltest du unbedingt schriftlich senden.
  • Wer im Fall des Widerrufs die Transportkosten trägt, muss vor dem Kauf klar erkennbar sein. Ein bereits in Gebrauch genommenes Balkonkraftwerk nehmen Händler manchmal nur ungern zurück. Wenn sie die gebrauchte Ware im Rahmen eines Widerrufs zurücknehmen, dürfen sie vom Verbraucher eine Entschädigung für etwaige Gebrauchsspuren verlangen.
  • Sollte das Balkonkraftwerk innerhalb der ersten 12 Monate nach Erhalt nicht wie beschrieben funktionieren, hast du als Verbraucherin oder Verbraucher ein Recht auf Reparatur oder Austausch. Die Reklamation solltest du schriftlich einreichen.

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