Die besten Wechselrichter für Balkonkraftwerke: Testsieger

Ein guter Wechselrichter ist entscheidend für die Leistung deines Balkonkraftwerks. Er macht den Strom aus den Solarmodulen nutzbar. Der Mikrowechselrichter muss zu den Solarmodulen passen und einen guten Wirkungsgrad haben. Wir geben Tipps zum Kauf und zeigen die dir besten Wechselrichter für Balkonkraftwerke aus einem wissenschaftlichen Test.

Wechselrichter sind unverzichtbar für Balkonkraftwerke. Konkret heißen die Geräte für solche Mini-PV-Anlagen Mikrowechselrichter. Ihre Position ist zwischen Solarmodulen und Steckdose. Achte darauf, dass du einen effizienten Wechselrichter kaufst oder dass das Komplettset, das du kaufen willst, ein gutes Gerät enthält.

Wechselrichter für Balkonkraftwerke haben in der Regel Eingänge für bis zu zwei Solarmodule. Die Module und der Wechselrichter bilden also zusammen das Balkonkraftwerk.

Was macht der Mikrowechselrichter?

Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom deiner Solarmodule den Wechselstrom für dein Zuhause. Zudem sorgt er im Balkonkraftwerk dafür, dass nicht mehr als die bislang in Deutschland erlaubten 600 Watt in die Steckdose fließen.

Bei zwei Solarmodulen verwendet man in der Regel einen Wechselrichter mit 600 Watt, bei einem Modul reichen 300 Watt. Voraussichtlich werden für Balkonkraftwerke bald 800 Watt erlaubt. Solche Wechselrichter muss man aber derzeit – sofern möglich – noch auf 600 Watt drosseln.

Balkonkraftwerke: Diese Wechselrichter sind die besten

An der Universität Paderborn testen Prof. Stefan Krauter und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Elektrische Energietechnik seit 2014 Wechselrichter. Die Rangfolge erstellen sie nach dem Europäischen Wirkungsgrad. Die Liste ist eine gute Hilfe, um einschätzen zu können, welcher Hersteller Qualität bietet – auch wenn einige Modelle im Handel schwer zu finden sind oder bei den Watt nicht auf deine Wünsche passen. Das hier sind die Ergebnisse des aktuellsten Tests von 2022, jeweils mit Modell und EU-Wirkungsgrad:

1. SMA Sunnyboy 240 – 95.4%
2. Enphase M 215 – 95.2%
3. Hoymiles MI 500 – 95.0%
4. Hoymiles MI 6000 – 94.7%
5. Envertech EVT-5600– 94.6%
5. PowerOne/ABB Micro-0.25-i – 94.6%
7. Huaju HY 600* – 94.5%
8. Involar MAC 500 – 94.3%
8. Bosswerk Mi600* – 94.3%
10. APSystems YC 500 – 94.1%
11. Bosswerk MI300* – 93.5%
12. Envertech EVT-248 – 93.2%
13. Involar MAC 250 – 92.7%
14. WVC 700 (bei 600W) – 91.6%
15. Changetech ELV 300-25 – 90.9%
16. Aptronic INV 250-45 – 90.4%
16. Enecsys SMI-S-240W – 90.4%
18. Ienergy GT 260 – 89.9%
19. Letrika 260 – 88.7%
20. WVC 700 (bei 700W) – 73.3%
21. WVC 600 (fehlgeschlagen) – 0.0%

Auch Technik-Youtuber haben vereinzelt Wechselrichter für Balkonkraftwerke beurteilt. Hier schnitten Geräte von Deye, Envertech und Hoymiles gut ab. Manche Modelle aus den Tests sind aber bereits nicht mehr erhältlich. Und Deye kam wegen eines fehlenden Bauteils ins Gerede, mehr dazu unten.

Wechselrichter-Test von zwei Technik-Youtubern

Was bedeutet der Wirkungsgrad beim Wechselrichter?

Wechselrichter werden oft mit dem Spitzenwirkungsgrad beworben, der aber wenig aussagekräftig ist. Denn sonnige Idealbedingungen gibt es hierzulande selten. Der Europäische Wirkungsgrad ist daher die relevantere Angabe. Die CEC Efficiency basiert auf Vorgaben der California Energy Commission, die hierzulande auch nicht passen.

Meistens arbeiten die Wechselrichter laut Solarexperte Prof. Krauter von der Uni Paderborn wetterbedingt bei 20 bis 40 Prozent ihrer Nennleistung. Besser ist daher eine gewichtete Effizienz, wie sie eben der Europäische Wirkungsgrad ausdrückt. Hier wird die Leistung in einzelnen Teillastbereichen gemessen, die danach gewichtet werden, wie oft sie vorkommen.

Wie wichtig ist MPPT beim Wechselrichter?

Jeder Wechselrichter hat sozusagen seinen Wohlfühlbereich bei der Spannung. Achte daher darauf, dass sein MPPT-Spannungsbereich, angegeben in Volt, mit den Modulen zusammenpasst. Diese sollten keine höhere Spannung bei Maximalleistung (Vmpp) haben.

MPPT steht für Maximum Power Point Tracking: Der Wechselrichter passt seine Eingangsspannung der Solaranlage an, so dass sie maximale Leistung bringen kann. In unseren Breitengraden erhöht MPPT den Ertrag eines Balkonkraftwerks, weil sich der Punkt maximaler Leistung (Maximum Power Point) durch schwankende Lichtintensität und Verschattung immer wieder ändert.

Leistungsstarker Wechselrichter – größere Gesamtausbeute

Es mag sinnlos wirken, einen leistungsstärkeren Wechselrichter zum Beispiel mit 1.200 Watt zu kaufen, der dann wieder auf die maximal erlaubten 600 Watt begrenzt wird. Allerdings hat das tatsächlich Vorteile (sofern auch deine Module mehr Leistung haben): Du erhältst die Maximalleistung dann oft über den gesamten Tag verteilt. Das erhöht die Gesamtausbeute deines Balkonkraftwerks. Diesen Effekt kannst du auch bei trübem Wetter erwarten.

Macht ein upgradefähiger Wechselrichter Sinn?

Derzeit gilt in Deutschland eine Leistungsgrenze von 600 Watt. Bis zu dieser Bagatellgrenze kann man sein Balkonkraftwerk selbst anmelden und in Betrieb nehmen, ohne Elektrofachkraft. Geplant ist eine Erhöhung auf 800 Watt. Wer einen upgradefähigen Wechselrichter kauft, kann ihn umstellen und mit mehr Leistung weiter nutzen.

Sinnvoll ist das natürlich nur dann, wenn auch die angeschlossenen Solarmodule 600 Watt Leistung übertreffen. So kann ein upgradefähiger Wechselrichter, der die Stromeinspeisung aktuell auf 600 Watt begrenzt, zum Beispiel per WLAN-Update auf 800 Watt umgestellt werden.

Solarmodule am Balkongeländer (Bild: energieasy.de)
Den Strom aus den Solarmodulen des Balkonkraftwerks wandelt der Wechselrichter in Wechselstrom für deinen Haushalt um (Bild: energieasy.de)

Wechselrichter mit WLAN-Funktion

Ein Wechselrichter mit WLAN-Funktion ermöglicht dir, auf einer App zu verfolgen, wieviel Strom dein Balkonkraftwerk produziert und ins Netz einspeist. Das geht allerdings auch mit einer smarten Steckdose, die Strom messen kann, etwa dem Gigaset Plug 2.0*. Auch Upgrades sind über WLAN möglich. Das WLAN am Wechselrichter einzurichten, so berichten einige Nutzer, kann offenbar manchmal kniffelig sein.

Warnung vor fehlerhaften Wechselrichtern

Im Frühjahr 2023 hat die Bundesnetzagentur vor unzulässigen und potenziell gefährlichen Wechselrichtern gewarnt. „Leider finden wir zahlreiche Produkte, die unzulässig oder auch potenziell gefährlich sind“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Später bestätigte die Behörde auch, was eine Gruppe Technik-Youtuber inzwischen aufgedeckt hatte: Dass manchen Wechselrichtern des Herstellers Deye ein Schutz-Relais fehlt.

Deye-Wechselrichter ohne Schutzrelais

Im Sommer 2023 kam heraus, dass die chinesische Firma Ningbo Deye Inverter Technology in einigen ihrer Wechselrichter ein Bauteil wegließ, das vor Stromschlägen und Netzfehlern schützt. Eigentlich galten die Geräte der Firma als gut und zuverlässig. Doch das Relais war einfach nicht eingebaut. Die Konsequenz: Die Wechselrichter verstoßen gegen die VDE-Norm und dürfen daher nicht an das heimische Stromnetz angeschlossen werden.

Der fehlende Schalter ist dazu da, die Stromproduktion im Wechselrichter abzuschalten. Zum Beispiel wenn der Strom ausfällt. Wenn der Wechselrichter dann nicht automatisch abschaltet, sondern weiter einspeist, kann das Stromnetz Schaden nehmen. Was mögliche Gefahren für Menschen angeht, gibt es keine einheitliche Meinung. An den Kontakten des Steckers könnte eine Spannung anliegen.

Deye brachte als Nachrüst-Lösung für betroffene Geräte eine externe Relais-Box heraus, der die Bundesnetzagentur dann auch die Freigabe erteilt hat. Sie wird zwischen Wechselrichter-Anschluss und Netzkabel installiert.

Wie lange hält ein Wechselrichter?

Dass der Wechselrichter deines Balkonkraftwerks nicht so lange hält, wie die Solarmodule, ist normal. Du wirst das Gerät eventuell nach etwa 10 Jahren mal tauschen müssen.

CE-Kennzeichen wichtig

Die Bundesnetzagentur betont, wie wichtig das CE-Kennzeichen auf Wechselrichtern ist: Produkte ohne CE-Kennzeichen, deutsche Bedienungsanleitung oder europäischen Ansprechpartner dürfen in Deutschland nicht verkauft und vertrieben werden.

An solchen formellen Anforderungen können Verbraucherinnen und Verbrauchern noch recht gut erkennen, dass sie das Produkt bedenkenlos nutzen können. Schwieriger wird es bei technischen Anforderungen. Hier setzt die Bundesnetzagentur mit ihren Tests an. Und die zeigten, dass selbst Geräte, die formelle Vorgaben erfüllen, bei der messtechnischen Überprüfung im Labor Mängel aufweisen. So überschreiten einige Produkte im Betrieb beispielsweise gesetzliche Grenzwerte für elektromagnetische Verträglichkeit. Die Behörde nennt aber in der Regel öffentlich keine konkreten Hersteller.

Online-Kauf: Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher

Wer sein Balkonkraftwerk oder einzelne Komponenten online bestellt, kann sein Risiko, Betrügern oder mangelhafter Qualität aufzusitzen, mit diesen Tipps der Bundesnetzagentur minimieren:

  • Bei seriösen und bekannten Quellen bestellen. Infos zum Anbieter kann man beispielsweise bei den Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest suchen.
  • Auf eine EU-Adresse achten, unter der du den Anbieter oder seinen Partner erreichen kannst. Diese Adresse muss auf dem Produkt oder seiner Verpackung, dem Paket oder in einem Begleitdokument angegeben werden.
  • Auf das CE-Kennzeichen achten.
  • Angaben zu allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) sowie Widerrufs- und Rückgabebelehrungen müssen vorhanden sein.
  • Produktbeschreibung genau prüfen – vor allem darauf, ob Hinweise auf eine deutschsprachige Bedienungsanleitung vorliegen.
  • Der Preis sollte im Vergleich zur Konkurrenz plausibel sein.
  • Beantwortet der Verkäufer Fragen zum Produkt? Wenn nicht, ist er womöglich unseriös.
  • Der Steckertyp muss in Deutschland verwendbar sein.

2 Gedanken zu „Die besten Wechselrichter für Balkonkraftwerke: Testsieger“

  1. Hallo zusammen,
    ich habe da mal eine Frage.
    Und zwar geht es darum, ich habe bereits ein BKW mit einem 800 W Wechselrichter aber ohne Akku und speise den Strom ins Hausnetz ein. Würde jetzt aber gerne einen Stromspeicher mit dem bestehenden BKW verbinden und von da aus ins Hausnetz einspeisen, sodass beides möglich ist , also einen gewissen Teil des erzeugten Stromes für den Ladevorgang des Akkus zu verbrauchen und den Rest dann in das Hausnetz einzuspeisen.
    Meine Module sind die Trina TSM-430-DE09R.08W Module und ein Deye 800 W Wechselrichter.
    Meine Frage ist geht das überhaupt und wenn ja wie wäre die Vorgehensweise
    ( vielleicht gibt es ja schon einen Anschlußplan dafür ).
    Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören und verbleibe

    mfg Werner Knöckel

    Antworten
    • Lieber Werner,
      ja, es ist möglich, einen Teil des erzeugten Stroms in den Speicher zu leiten (Akku laden) und einen Teil direkt zu verbrauchen. Diese Funktion bieten viele Speicherhersteller. Du stellst das in der Regel in der Hersteller-App ein, mit der du das System konfigurierst. Manche Systeme haben ihren eigenen Wechselrichter. Eine Übersicht über Speicher für Balkonkraftwerke gibt es hier.

      Antworten

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